Aufblicken

EttalAufblicken

Wenn nach nächtlich tiefem Schlaf
unsere Augen Bilder schenken,
wird der Anblick langsam scharf:
in uns fängt es an zu denken.
Erstes Bild zeigt oft die Decke
leere Fläche ohne Sinn.
Wenn ich dann die Uhr entdecke,
weiß ich, wo ich stündlich bin.
Aufzublicken, Himmel sehen
nach einem kurzen Wiesentraum –
Cirruswölkchen schwebend stehen –
denn Bewegung sieht man kaum.
Zu dem Vater aufzublicken,
dass war kindlich angesagt.
Ein Gebet zum Schöpfer schicken
Nöte wurden so beklagt.
Das Elternbild relativiert
zeigt neben Licht auch alle Schatten.
Der große Gott an Wert verliert.
Ehrfurcht weicht,
wie wir sie hatten.
Die Zeiten, wo wir Himmel malten
mit buntem Lack und sehr viel Gold,
wo Engel Illusion verwalten
wohl keiner uns zurück mehr holt.
Prunk und Pracht sind alte Zeugen,
Kirchendecken ganz monströs.
Glauben kann kaum heute beugen.
Kirche macht nicht mehr nervös.
Viele blicken heut zur Mutter.
Dank und Achtung schwingen mit.
Spargel schmort in brauner Butter
Kochen hält nun einmal fit.
Ehrentage haben Geschichte
Alte Mütter kennen sie.
In dem heutigen Tageslichte
liegt Zynismus, Ironie.
Kloster Ettal zeigt uns Himmel
schön gemalt als buntes Zelt.
Aus dem Turm läutet Gebimmel
Beides scheint neben der Welt.

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