Grüne Kirschen

unreife KirschenGrüne Kirschen

Der Blick heut in den Kirschenbaum
er zündet mir manch süßen Traum
von herzensroter reifer Frucht,
die gierig oft mein Finger sucht.
Noch heißt es aber: ruhig warten.
An vielen Stellen zeigt der Garten,
dass er mich reichlich bald beschenkt.
Manch Apfel kleinst am Zweige hängt.
Färben die Kirschen etwas rot,
beginnt für sie bereits die Not.
Das Amselvolk, die frechen Stare
zerpicken unreif diese Ware.
Sie sind vom Rot so sehr besessen,
dass sie an allen Kirschen fressen,
die sich ein wenig nur verfärben.
Ein Schnabelhieb bedeutet Sterben.
Wenn Kirschen jetzt Besucher kriegen,
sind es meistens wohl die Fruchtfliegen.
Sie legen ihre Eier unter die Haut.
Die Larve genüsslich dann verdaut
das Fleisch – so wie es süßer wird.
Der Rest wird zunehmend verschmiert.
Was bleibt wohl mir für den Genuss?
Schmarotzer ich hier dulden muss.
Das Unreife ist jung und schön
So makellos noch anzusehen.
Im Reifen steigert sich der Wert.
Wenn Vogel ganz die Frucht verzehrt,
dann hat die Kirsche einen Traum
von einem jungen neuen Baum.
Denn irgendwo da wird gekackt.
Da liegt der Stein nun ziemlich nackt.
Trifft er auf einen Erdenfleck,
erfüllt der Stein dann seinen Zweck.
Die Schale bricht – es treibt der Keim –
schon endet hier mein Kirschenreim.

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