Doppelschwänzige Aderhafte

EpeorusDoppelschwänzige Aderhafte

Der starke Bach, der flotte Berglandfluss
Wasserbewegung hält sie gut in Schuss.
Die kühle Welle sauerstofferfüllt
den schweren Stein ständig umspült.
Unter diesem lebt eng angeschmiegt
was später einen Sommertag nur fliegt.
Die doppelschwänzige Aderhafte
sich diesen Lebensraum verschaffte.
Ganz flach gedrückt so eng am Stein
da will die Strömung einmal gnädig sein.
Der wilde Wasserstrom am frischen Ort
reißt sonst Getier, treibt pausenlos es fort.
Die Aderhafte passte sich hier an.
Machte alles flach, so weit sie es nur kann.
Die Augen liegen auf dem Rücken
Die Kiemen an den Stein fast drücken.
Haarsäume lassen Wellen sanfter gleiten,
so wie sie auf den langen Beinen reiten.
Die Larve schabt und frisst nur Algenschichten.
Auf Fleischeskost kann sie getrost verzichten.
Zwei Jahre hockt versteckt sie im Gewässer,
dessen Qualität geht kaum noch etwas besser.
Die Eintagsfliege schlüpft im Juni sich gern frei –
Doch bald darauf erfolgt Schlupf Nummer zwei.
Erst jetzt funktioniert bei ihr auch das Geschlecht
Vorher war dieses nymphenhaft, nicht echt.
Zweimal geschlüpft für ein paar Stunden –
hat sie ihr Liebesglück im Tanz gefunden,
dann endet jäh dies Eintagsfliegenleben.
Das Schicksal will es gerade so mal eben.
So bleibt die Kindheit aller Aderhafte,
als Zeit, die jedes Tier sich dafür beschaffte,
um diese Welt im Wasser zu beleben –
dabei musste sie felsenfest
am Steine immerzu nur kleben.

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