Giftpflanze des Jahres

RitterspornGiftpflanze des Jahres

Seit Tagen blüht der Rittersporn
als hätt der Himmel Blau verlorn.
Sein Blütentrieb steil hochgeschossen
hat Sonnenlicht ganz früh genossen.
Wie Trauben schmiegen Blüten dicht
keine aus dem Verbunde bricht.
Die unteren sind aufgerissen,
eh letzte ihre Fahnen hissen.
Gebündelt scheint jetzt alles Blau
Delphinum reizt zur Narbenschau.
Der Rittersporn ist gar nichts Rares
und trotzdem Giftpflanze des Jahres.
Ist solche Ehre doch mehr Last?
Wenn du ein Gift so in dir hast,
dann wirst du schneller doch gemieden –
da endet manchmal Glück und Frieden.
Was ist denn Gift in dieser Welt?
Richtig dosiert ja dann gefällt
es ewig schon wohl den Doktoren.
Aus Gift wird Medizin geboren.
Den Rittersporn wird niemand essen,
wird seinen Magen damit stressen,
dass er dies Himmelblau zerkaut
und dabei Giftstoffe verdaut.
Den Hummeln und den fleißgen Bienen
die Blütentrauben dazu dienen,
dass Pollen, Nektar wird gereicht
das macht das Leben gut und leicht.
Wahre Gifte sind Herbizide,
die machen Leben erst morbide.
Die Pflanze ist da chancenlos.
Die Dosis wird zum Todesstoß.
Der Rittersporn mit seinen Giften
kann kaum zum Meuchelmord anstiften.
Die stärkste Waffe: sein Himmelblau
Die zeigt er gerne auch zur Schau.
Giftpflanze des Jahres bleibt der Mais.
Dies Korn zahlt wohl den höchsten Preis.
Die Mitnatur wird weggespritzt,
weil Beikraut nun so gar nicht nützt.
Im Meer von Gift ganz einsam tanzen –
das dürfen hier nur diese Pflanzen.

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