Mord oder Totschlag?

BaumstumpfMord oder Totschlag?

Der Tatort lag am Straßenrand –
Doch niemand eine Leiche fand.
Vom Opfer blieb nur noch ein Rest –
was man, wie üblich, übrig lässt.
Der Körper war wohl längst verschwunden.
Am Boden harzten offene Wunden.
War hier ein Auftragsmörder am Werk?
Dafür sprach wohl das Augenmerk.
Die Tatwaffe – war zu vermuten –
war eine Säge, sie ließ bluten
noch heute immer noch den Stumpf.
Der Ort des Schreckens: tot und dumpf.
Das Opfer hatte keine Chance,
verlor beim Schnitt schnell die Balance.
Es schlug dann laut als Ganzes nieder
brach sich dabei der Äste Glieder.
War es geplant, geschah es spontan?
Wer hat den letzten Schritt getan?
Ein Totschlag sieht wohl anders aus.
Ein Streit geht solchem oft voraus.
Hier ist der Vorsatz ganz im Spiel.
Der tote Baum war erstes Ziel.
Er musste an dieser Stelle weichen.
Für „lebenslang“ sollt es nicht reichen.
Die Geschworenen saßen zu Rat.
Sie beschlossen dort die Gräueltat.
Die Tat wurde dann ausgeschrieben.
Angebote gab es – mehr als sieben.
Der billigste der durfte killen.
Mit Ohrenschutz und Schnittschutzbrillen.
Er beseitigte den toten Stamm,
den er zersägt einfach mitnahm.
Warum der Baum die Menschheit stört –
dazu wurde keiner sonst angehört.
Viele Tage wird das Harz noch fließen,
sich über den Stumpf klebrig ergießen.
Irgendwann ist auch der Rest erschöpft.
Der Baum wurde am Fuß geköpft.

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