Oktoberweiher

HerbstteichOktoberweiher

Als gäb der Sommer sein Come-back!
besonnt und wohlig liegt der Fleck
des Weihers grad zur Mittagsstunde.
Libellenpaare in flotter Runde
von später Liebe heiß bedrängt –
das Paar sich in den Lüften fängt.
Ein Wasserfrosch ganz Freund der Sonne
sucht Rosenseeblatt warm zur Wonne.
Im Röhricht wirft der Wasserdost
Samenwolken bald zur Post.
Rohrkolben geben sich seit Tagen reif.
Sie ragen hoch, stehen ewig steif.
Gelbbleicher Schilf lässt sich gern wiegen.
Weicher Windstoß kann ihn biegen.
Mosaikjungfern wie Heidelibellen
über dem Wasser herunter schnellen.
Verborgen hör ich ein Kehlchen singen.
Ihm werde ich demnächst Futter bringen.
An fauler Birne tropft letzter Saft,
der gibt einem Admiral für heut noch Kraft.
Verblühen, Verwelken, letzte Abschiedsflüge –
ein prallbuntes Leben gab es hier zur genüge.
Gerad schwebt ein Marienkäfer durch die Brise.
Er braucht für den Winter noch eine Remise.
Vielleicht war das heute der allerletzte Tag,
an dem die Libelle in der Weiherluft lag.
Für elegante Sturzflieger endet die Saison.
Es überwintern am Grunde nur Tochter und Sohn.
Die sind jetzt Larven lauern stumm auf Beute.
Später werden sie flügge – aber nicht mehr heute.
Am Weiher wird es einsam – die Promenade scheint leer.
Das feuchtfröhliche Leben fällt letzten Gästen schwer.
Dem stillen Wasser fehlt jeglicher Applaus.
Gerade huscht vorüber eine fast hungrige Maus.

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