Bücherfegefeuer

alte BücherBücherfegefeuer

Als Kind lernte ich, Bücher zu ehren und zu schützen.
Vor jedem Lesen erst die Kernseife zu nutzen.
War durch Leichtsinn ein Eselsohr entstanden,
die Elternhände schneller zur Backe fanden.
Schulbücher ob gebraucht oder buchladenneu
wurden zum Schutz vor Schmutz und Flecken
mit papiernen Umschlägen versehen
zugeklebt innen an allen Ecken.
Ganz besonders viel – man sagte bei uns – Bohei
wurde betrieben mit Büchern aus der Leihbücherei.
In diesen Objekten mit Stiften herumzumalen –
dafür mussten die Eltern richtig Strafe zahlen.
Auch beim Buch – vom Freund ausgeliehen –
wurde eine Verunzierung nur selten verziehen.
Zwar waren Bücher nicht alle heilige Schriften –
sie konnten aber einigen Ärger zu Hause stiften.

Zum Abitur war es zu meiner Zeit noch Tradition,
Bücher zu verbrennen mit viel Spott und Hohn.
Man hatte sich durch die Schule gequält.
Nun wurde ein Freudenfeuer
für ausgediente Bücher gewählt. Weiterlesen