Problemlos einkaufen?

ProspektProblemlos einkaufen?

Wenn unprivilegierte Durchschnittsbürger einkaufen gehen,
nicht allzu viel von Ökologie, Nachhaltigkeit, Umweltschutz verstehen,
sind ihre Einkaufskörbe oft gänzlich gefüllt mit großen Problemen.
Viele Artikel des täglichen Bedarfs weltweites Übel in Kauf nehmen.

Zum Morgen braucht der normale Mensch meist Kaffee –
der Arbeitslohn von Pflückern beschämt jedoch und tut weh.
Vorm Aromarösten weltreisen tonnenweise frische Bohnen,
weil sie in Brasiliens Bergwelt hoch oben erst wohnen.
Will ich lieber eine Tasse schwarzen Tee brühwarm genießen –
ein Cocktail an Pflanzenschutzmittel den Sud eher verdrießen.
Bis dass dieser Tee so goldig in meiner Tasse lacht,
hat er von Ceylon her eine lange Frachtreise gemacht.
Regionale Milch gibt’s reichlich im Land, sie fließt im Überfluss
EU-Dauersubventionen bleiben ein ärgerliches Politmuss.
Frische Brötchen beileibe keine Bäckermeisterleistung –
Jedoch überall zu zugreiflichen Dumpingpreisen –
Fabrikfließbänder dafür pausenlos kreisen.
Das zertifizierte Frühstücksei, das Stück gerade für 10 Cent
sich in Legehennenmassentierhaltung wohl bestens auskennt.
Zum dotterweichen Ei passt sehr gut mild geräucherter Schinken.
Die Angebotspreise dafür gerade wieder mal sinken.
Nicht einmal einen Quadratmeter Raum zum tiergerechten Leben,
will der Landwirt dem Schinkenerzeuger Schwein
für seine gut drei Monate noch geben.
Dann esse ich doch lieber öfter mal den omega6gelobten Fisch –
der kommt aus dem Meer, eisbrockengekühlt an – fast noch frisch.
Dorade und Wolfsbarsch, der Lachs und der Stör
stammen aus Zuchtbassins – sind futterplangemästet bald schwer.
Gemüse hat Vitamine ist ballaststoffreich – also recht gesund.
Das steck ich mir buttergedünstet und salatfrisch in den Mund.
Grüne Bohnen beim Discounter kommen aus dem Land der Pyramiden.
Die Tomaten aus Holland haben alle Frischluft stets gemieden.
Unter Spaniens Glas werden geschmacklose Erdbeeren frühreif,
so dass ich zur Unzeit mich an dieser Perversität von Obst vergreif.
Weit vor dem Maien schießt der Spargel ans Verbraucherlicht.
Für die Art der Entstehung interessiert sich der Käufer aber nicht.
Intensiv gedüngt, mit warmem Wasser in der Tiefe getränkt
die hochgetürmten Erdenwälle mit Folien völlig zugehängt.
Sonderkultur wird der Spargelanbau bodentechnisch einfach genannt.
Zum Stechen der Stangen braucht es manch polnische Hand.
In der Spargelerde, das ist für den Gemüsebauer das höchste Ziel,
bringt er viele Praktiken des solitären Anbaus zum Ziel.
Da dürfen weder andere Pflanzen erwachsen werden
noch treibt sich ein überflüssiges Bodentier in den Erden.
Will man auf Hähnchen- Puten-, Schweinefleisch verzichten,
muss man sein Zungenmerk auf das gute Lammfleisch richten.
Wer nimmt als Sonntagsbraten nicht gern eine schöne Keule zur Hand:
entdeckt aber auf dem Etikett: erzeugt im ultrafernen Neuseeland.
Vielleicht endet der Konsumtag mit einem Schlückchen Wein –
Aus welchem Land der Erde sollte der denn heute nun sein?
Chile, Argentinien, Australien, Südafrika oder Kalifornien
oder doch mehr vor der Haustür: Frankreich, Italien, Spanien.
Polnische Wurst, Schweizer Käse, Belgische Pralinen
Griechische Oliven, Türkischer Honig, sardinische Sardinen.
französischer Champagner, schottischer Whisky und dänisches Bier
alles ist ständig verkäuflich und wartet verlockend im Laden hier.
Ein Einkaufswagen mit seiner Multikultilast
der könnte über so vieles berichten.
Darunter sind viele ganz böse alltägliche Geschichten.
Morgen wird der Wagen wieder gefüllt –
das Gewissen ausgeblendet.
Der Konsum schwillt weiter –
wo das wohl nur endet?

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