Wegeleben

PilzfädenWegeleben

Manche Wege führen kurz zum Ziel.
Außer Fahrspuren zeigen sie nicht viel.
Ein Trecker kommt gut zur Weide hin.
Da macht ein Weg auch schon mal Sinn.
Aus Bauschutt ließ er sich gestalten.
Der Trümmerbruch kann Form gut halten.
Doch wenn die Reifen Boden greifen
und diesen rollend hier abstreifen,
dann wächst der Weg ins Grüne bald
nur Fahrspuren, die lässt das kalt.
Die Bauschuttreste schlämmen ein.
Da darf dort bald ein Moos wohl sein.
Auch keimt vom Gras so manches Korn –
Der Wind hat es grad hier verlorn.
Heute ist der Oktober nebelschwer
Die Luft wird spät erst tropfenleer.
Dem äußerst zarten Pilzgeflecht
kommt Wassersegen gerade recht.
So können Hyphen freudig sprießen –
den späten Herbst richtig genießen.
Ich dachte erst das feine Kissen
sei Wolle nur herausgerissen
von einem Schaf,
das Wintervorrat reichlich hat.
Dies war ein Irrtum in der Tat.
Klein Stückchen Weg im Augenblick
erzählt vom Leben mir ein Stück.
Ein faules Blatt, verwelktes Gras
ein wenig Moos fast triefend nass.
Im Stillleben ganz mittendrin
da glitzert fein der Hauptgewinn.
Das Pilzgeflecht im Fädenkleid
bezaubert durch Bescheidenheit.
Was sich an Schönheit hier so bot,
war vorher nur Kaninchenkot.

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