Novemberfeuer

P1120854Novemberfeuer

Als hätte ein Emil Nolde seinen Pinsel geschwungen –
am Himmel lauter feurige Wolkenzungen-
im späten Novembernachmittagshimmelsbild
da tanzten Farben ekstatisch als wild.
Der Tag begann ganz windlos bis frosteisig kalt,
schleiernde Nebel umschlangen den Rest vom Wald.
So wie die Sonne über den kahlenden Bäumen stand,
den zuckerreifen Glanz der Brennnesseln überwand,
da wurde der dritte Novembertag spätherbstlich schön.
Es gab am welken Gartenteich noch einmal Tanzstunden zu sehen.
Mosaikjungfern nutzten die Gunst der wunderwarmen Stunde
zu mancher liebestrunkenen Kopulationsrunde.
Eier wurden später an die blassen Wasserpflanzen gelegt.
Ein Schauspiel, das immer wieder von Neuem bewegt.
Der Kirschbaum hat seit zwei Tagen heftig Blätter geschmissen
locker aufgehäuft wie ein Winterschutzkissen.
Ich hab wieder Laubberge sorgsam zusammengeharkt
Falllaubmengen auf dem Komposter eingesargt.
Dort wird es nach den Regeln der Bodenorganismenwelt
abgebaut, bis uns der Rest als Blattgold, als Humus gefällt.
Doch wieder zurück zu dem farbexplodierten Himmelszelt.
Das war um halb sechs – diese Show kostete kein Geld.
Unsere Expressionisten hat solch Lichtfarbenspiel inspiriert.
Ihre Werke sind kraftvoll, farbfeurig – kaum wohl temperiert.
Wenn ich auf diesen wundervollen Abendhimmel blicke,
ist dieses so vergängliche Kunstwerk für mich wie eine Brücke
zu all den bunten Fantasien meiner inneren Traumwelten,
für die in mir keine Grenzen, keine Ewigkeiten gelten.

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