Sperrfristen

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Ach wie ist doch der Herbst so schön.
Jeder kann die Natur noch blühen sehen.
Jetzt wenn vom Baum die letzten Blätter stürzen,
Güllearomen die Martiniluft würzen.
Bis Mitte November darf auf Grünlandflächen
die deftige Sprache der Düngung noch sprechen.
Die Güllebunker müssen für den Winter geleert.
Das widrige Wetter eine späte Ausfuhr versperrt.
Das Wiesengras zur Zeit fast frühlingsgelaunt
ist über die Nahrung mehr als erstaunt.
Mit winterlicher Kälte gehen Pflanzen doch schlafen.
Da empfinden sie den Stickstoff fast wie Strafen.
Das Wachstum im Moment zwar noch angeturnt,
wird mit dem Froste dann richtig verlernt.
Die Gülle ist ratlos – keiner kann sie jetzt brauchen.
Da muss sie ganz tief ins Grundwasser abtauchen.
Aber vielleicht bleibt es ja weiter so warm und mild.
Da passen die Kühe ins Weihnachtswiesenbild.
Heiligabend wird morgens der Rasen gemäht.
Zwischen den Feiertagen wird dann Spinat gesät.
Die Novembergülle ist eine wahre Pracht,
die hat uns den ersten Wiesenschnitt gebracht.
Wird es jedoch kalt – das ist eher zu vermuten,
dann wendet das Schicksal wohl nicht zum Guten.
Der Stickstoff wird heimatlos, irrt hin und her
und macht es dem Umweltschutz ziemlich schwer.
Das, was da draußen gerade passiert,
die frische Luft reichlich ammoniakalisch drapiert,
das wird gute landwirtschaftliche Praxis genannt.
Der Gesetzgeber solche Zeitfristen spannt.
Es sickert auf der Weide seit gut einer Stunde
die stinkende Gülle zu dem Wurzelmunde.
Ob die Gräser Stickstoff im November noch fressen,
das hat die Natur leider ein wenig vergessen.
Kommt der Winter – wenn auch klimageschwächt –
geht es den Pflanzen und dem Boden ziemlich schlecht.
Einem schlafenden Gast ein üppiges Mahl zu bereiten,
gehört in dieser Branche zu den Üblichkeiten.
In einer Woche ist das Gülleaufbringen verboten.
Wollt ihr noch mehr von solchen Anekdoten?

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2 Kommentare zu “Sperrfristen

  1. Pingback: Sperrfristen Güllen im Winter: Schweiz NEIN, EU JA | Heidis Mist

  2. Pingback: Wasser und Boden – Gülle, 2018. | Osmerus' Blog

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