Raumgreifend

P1130234Raumgreifend

Seitdem das Laub völlig losgelöst,
erscheint der Baum als Lichtgestalt.
Das Auge auf Strukturen stößt,
vom schwindend Abendrot ummalt.
Ob Pappel, Erle oder Weide
vom Stamm greift Astwerk in den Raum.
Im abgestreiften Winterkleide
zeigt sich skeletthaft jeder Baum.
Als wär das Fleisch ihm abgefallen –
nur Knochen ragen vorgestreckt –
lässt allen Lärm nun weiter schallen.
Kein Blatt den Tonmüll mehr noch schreckt.
Ein jeder Baum wächst eigene Muster,
um Sonnenstrahlen zu verdauen.
Verzweigt sich somit ganz bewusster
als Sommerkrone anzuschauen.
Wer all die leeren Äste deutet,
findet mehrere Wege zum Erfolg.
Dass Blattwerk hier sein Licht erbeutet –
der Baum sorgt sich wie um sein Volk.
Für jedes Blatt ein Sonnenplatz,
das bleibt für ihn die Zweigdevise.
Sein Hoheitsraum das bleibt sein Schatz
weit oberhalb von Feld und Wiese.
Die vielen leeren Baumgestalten
suchen im neuen Jahr nach Sonnenglück.
Wie sich die Zweiglein dann entfalten,
dann wächst der Laubbaum Stück um Stück.

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