Grönland von oben?

P1130551Grönland von oben?

Ich fliege hoch durch kalte Luft –
von Weitem eine Möwe ruft.
Unter mir liegt blankes Eis
schattiert in sich in mattem Weiß.
Ich sehe Spuren weit gezogen.
Die Fährten machen einen Bogen
vorbei an einem großen Leck.
Unsicher ist hier mancher Fleck.
Das Eis scheint vielerorts gebrochen.
Kein Seehund hat sich hier verkrochen.
Auch späh ich lange in die Ferne.
Den Eisbär sähe ich allzu gerne.
Kein Tier lässt sich am Morgen blicken.
Die Uhren hier wohl anders ticken.
Flächen leer, einsamst verwaist.
Ich stehe steif – bald selbst vereist.
Seh ich hier Grönland schräg von oben –
oder hat sich mein Verstand verschoben?
Vor mir liegt lediglich eine Pfütze –
Durch meinen Kopf tobt dumme Grütze.
Hauchdünnes Eis über Nacht gewachsen
verbindet wildhaft sich zu Achsen.
Manch anderes zu kalter Stund
das wölbt gefroren sich mehr rund.
Trete ich noch näher an die Flächen,
die bei dem kleinsten Druck zerbrechen,
seh ich die schönsten Musterformen.
Dies Eis kennt baulich keine Normen.
Der Zufall macht sein Meisterstück.
Natur spielt mit Erfinderglück.
Die Pfütze wird zum Eispalast.
Doch bleibt sie leer ganz ohne Gast.
Am Freitag soll die Pracht dann tauen.
Nur kalter Frost kann gläsern bauen.
Er macht aus Wasser neues Eis,
lässt Flocken rieseln zart und weiß.
Grönland war heute nur ein Traum
Das Pfützeneis ersetzt dies kaum.
Doch spielte in mir Fantasie
Das reicht mir aber irgendwie.

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