Zwölf Jahresringe

P1130806Zwölf Jahresringe

Heut hat der Reif
mit Eis schön eingedeckt
Neugierde wird kalt geweckt.
Der feine Frost
zeichnet perfekt,
hebt zart hervor,
was sonst versteckt.
Bei jedem Reif kristallisieren
die kleinsten Tröpfchen
sie verlieren
die Formarmseligkeiten
von Flüssigkeiten.
Durch das Erstarren
verharren
winterkühle
Moleküle
in gläsernen Gebilden –
manchmal mit wilden
Architekturen.
Frostspuren,
die meist nur –
so will es die Natur –
bald vergehen.
Wir sehen
schon ihr Ende bald.
Es bleibt ja nicht kalt.

Heut hat der Reif
zwölf Jahresringe ausgeschmückt.
Jeden mit Kristallen gut bestückt.
Nie habe ich hierhin geschaut.
Doch die kunstvolle Eiseshaut
ließ mich nun verweilen.
Ich wollte Schönheit teilen
mit diesem Pfahl.
Zwölf an der Zahl
sah ich an Kreisen
alles Reisen
in die Vergangenheit
der Lebenszeit
vielleicht einer der Fichten,
die so später berichten,
wie lange sie noch nadelgrün
mit fortune
im Walde wuchsen bis zum Tag,
wo ein Schlag
aus dem Fichtenstamm
ein Stück Holz gewann.
Heut hat er mir sein Alter gezeigt.
Ich habe meinen Kopf geneigt
und jeden Ring gezählt –
das auch kein Jahr nur fehlt.
Die Kreise aus feinstem Eis
sind in der Morgensonne verreist
mit unbekanntem Ziel.
Alles war ein kurzes Spiel:
eine Laune der Natur
nur.

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