Zu kalt

P1140255Zu kalt

Polarwind friert den Frühling ein.
Kaum trillert noch ein Vögelein.
Wo sich die Wasserfrösche sonnten –
– was sie um diese Zeit oft konnten –
Sumpfdottergelb fröstelt heut sehr
ganz eingestellt der Luftverkehr.
Lässt sich die Sonne kurz mal sehen,
wollen Taumelkäfer Runden drehen.
Dann schüttet nächste Wolke fies.
Das Lenzgefühl gerät nur mies.
Die Wolkenrichtung hat gedreht.
Was uns zur Zeit entgegen weht,
beschert sogleich ne Gänsehaut.
Doch wer sich seine Gans beschaut,
der sieht doch bloß ein Federkleid.
Die Gänsehaut, die weiß Bescheid,
wie sie sich schützt vor kaltem Wind –
flauschig war schon das Gänsekind,
als es grad aus dem Ei geschlüpft
und bald danach ins Wasser hüpft.
Die Gänsehaut, die so oft zitiert,
zeigt sich, wenn Gans wurd grad krepiert.
Ist sie gerupft, der Federn beraubt,
erscheint der Körper aufgeraut,
wo vorher Federkiele steckten,
sich überall nun Zipfel reckten.
Wenn meine Arme kalt gefroren,
wird meine Gänsehaut geboren.
Die Härchen springen in die Höh,
so dass ich jedes gut dann seh.
Für Regen wird es viel zu kalt.
Das Wasser sich zu Hagel ballt.
Der prasselt auf die Erde nieder.
Doch gleich scheint falsch die Sonne wieder.
Es ist zu kalt – viele Blüten warten
auf wärmere Zeiten hier im Garten.
Der Hagelteppich aus kirschgroßem Eis,
der machte die Wiese wieder weiß.
Die böse Gabe schmolz bald dahin.
Ein ferner Donner deutet darauf hin,
dass der April dem Namen Ehre macht –
ich hör ihn schon: der Hagel kracht.

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2 Kommentare zu “Zu kalt

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