Herbarienkunst

P1130613Herbarienkunst

In einer Trödelkiste
gänzlich aus dem Blick geraten
fand ich ein sonderschönes Bild.
Aus trocknen Pflanzenteilen
davon besonders zarten
eine junge Frau auf einer Flöte spielt.
Wie an dem Berghang
dort auf einer Lichtung
hat sie den Notenständer aufgestellt.
Nur durch die allerfeinste Schichtung
man solch ein Kunstwerk je erhält.
Dem einen scheint das Werk allzu naiv –
sowohl der Inhalt wie die Schaffensart.
Genialität geht sicher hier nicht tief.
Doch als Herbar ist es besonders zart.
Die Lebendfarben sind schon lang verblichen.
Fast alles ist am Ende gelb und braun.
Die Anmut ist noch lange nicht gewichen.
Die Collage ist immer noch gut anzuschaun.
Solch filigranes Kunstwerk das entsteht heut kaum.
Wer trocknet Blumen noch im Buch gepresst?
Ein fiedrig Blatt wurde später hier zum Baum.
Zu weitem Rock gestaltet sich ein Blütenrest.
Die schöne Szene – wer will sie noch sehen?
Viel Feingefühl und Liebe steckt in ihr.
Wird dieses Kunstwerk weiter noch bestehen?
Im Augenblick gehört`s noch mir.
Wandert das Bild zurück in die Trödelkiste?
Da liegt es dann – ist dort zum Müll verdammt.
Die Aussichten sind doch wohl ziemlich triste,
dass irgendwer in alten Sachen wieder kramt.

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