Ins Gras gebissen

P1130936Ins Gras gebissen

Ins Gras gebissen
habe ich bisher eher selten ,
weil für mich die Herbivorenregeln
eben nicht gelten.

Ins Gras gebissen, ein Hälmchen gekaut
und etwas von dem süßen Zucker darin verdaut,
das habe ich als Kind häufiger gemacht
und vor Vergnügen gelacht.

Ins Gras gebissen haben auf der Wiese nebenan
all die Kühe fast von Anfang an.
Wenn sie im Sommer auf der grünen Weide grasen,
kommen auch noch Kaninchen und Hasen.
Ein scheues Reh
ich manchmal seh.

Ins Gras gebissen hat auch eine Ameise
bei ihrer unentwegten Reise.
Sie erreichte am Halm die Spitzenposition.
Da kam auch der Biss schon.

Ins Gras gebissen
Das macht gelegentlich auch unser Hund.
Und das hat einen triftigen Grund.
Liegt ihm etwas im Magen schwer,
muss etwas frisches Grünes her.
Er beißt nur die jungen Spitzen ab –
wie ich gesehen hab.
Bald danach ist im Inneren wieder Ruh
und der Hund nicht mehr Kuh.

Ins Gras gebissen – so im übertragenen Sinne –
wenn ich darüber zu denken beginne,
da verstehe ich nicht das verspeisende Bild
vom zahmen Haustier oder vom Reh, das wild.
Jeder, der ins Gras beißt hat doch Lebensappetit,
der spielt nicht vom Tod das weichende Lied.
Vielleicht sollte ich heute noch ins Gras beißen,
einen Stängel aus dem Knoten reißen.
Das herausgezogene saftige Stück
schmeckt immer noch süß
zum Glück.

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