Nur ein Hühnerschiss

P1130983Nur ein Hühnerschiss

Der Sonntagsmorgen grüßt fast blau.
So wie ich froh nach draußen schau,
entdecke ich auf meinem Weg
vom Hühnerenddarm den Beleg.
Eine Glucke läuft seit Tagen herum.
Drei Küken sind nur selten stumm.
Der Freilauf der Alleinerzieherin
ist für den Garten nur Gewinn.
Doch lässt es sich kaum hier vermeiden,
dass diese Tiere auch ausscheiden.
Hier liegt ein frischer Hühnerkot,
der schillert bald in buntem Gold.
Sein unverkennbar scharfer Duft
erfüllt im Nu die Juliluft.
Augenblicklich im Sekundentakt
ist dieser Haufen nicht mehr nackt.
Die erste Fliege landet am Ort.
Das setzt sich hier nun immer fort.
Ein halbes Dutzend und noch mehr
an bunten Brummern kommt jetzt her.
Für sie ist es wohl Frühstückszeit.
Ein jeder Rüssel ist bereit,
die Köstlichkeit schnell zu verschlingen.
Doch allen will das nicht gelingen.
Auf der Mahlzeit ist zu wenig Platz
und schon beginnt die große Hatz.
Eine jede Fliege kämpft um eine Stelle
an dieser leckeren Futterstelle.
Konkurrenz wird einfach weggejagt.
Denn Futterneid ist hier gefragt.
So wechseln ständig aller Fresser.
Das wird vorläufig auch nicht besser.
Ist Hühnerkot nicht mehr ganz so frisch
dann ändert sich der Gabentisch.
Wird erst der Haufen, trocken hart
er sich Besucher deutlich spart.
Ist dann der Rest vollkommen trocken,
wird er die Brummer kaum noch locken.
Das Bild aus blau und grünem Gold
ist in der Szene überholt.
Doch jetzt herrscht hier noch reges Treiben.
Der Fliegenanflug wird zum Reigen.
So viel buntes Leben auf dem Fleck:
es ist und bleibt nur ein Hühnerdreck.

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