Im Gartenhaus

P1150092Im Gartenhaus

Im Gartenhaus steckt nur ein Raum.
Doch dieser zündet mir viel Traum.
Ich sitze zwischen tausend Sachen,
die meinen Sinn zufrieden machen.
Für andere ist das schierer Graus –
für mich dagegen Heim im Haus.
Durchs Fenster schau ich auf den Teich,
der quillt zur Zeit so pflanzenreich,
dass Wasser ist fast ganz versteckt:
ein Blättermeer alles bedeckt.
Auf der anderen Seite fällt mein Blick
gerade auf ein Weidenstück.
Dort grasen Kühe immerfort.
Sechs Monate sind sie meist dort.
In die Gartenstube noch mal zurück –
wo liegt denn hier so trautes Glück?
Hier stapeln sich Erinnerungen.
Die Zeit ist oft zurückgesprungen.
Manch Gegenstand aus alter Hand
bleibt künftig nur noch unbekannt.
Im Gartenhaus da dürfen Spinnen
die Herrschaft auch einmal gewinnen.
Geputzt wird regelmäßig selten,
weil hier verstaubte Regeln gelten.
Im Kerzenlicht, im Dämmerschein
kommt noch mehr Atmosphäre rein.
Ein aufgebrühter Tee bringt Duft
der Pfefferminze durch die Luft.
Die Sonne will bald untergehen,
weil späte Strahlen tief schon stehen.
Die kleine Stube ruht im Gold.
Der Abendvorhang sinkend rollt.
Ich schließ die Türe sorgsam zu.
Die Träumerei zerfällt im Nu,
wie ich dem Ort den Rücken kehre,
trennt mich im Kopf bald eine Schere
von diesem Film der Fantasie.
Vernunft führt wieder mehr Regie.

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