Quelle – wo bist du?

P1040105Quelle – wo bist du?

Ganz irgendwo traf ich auf diesen Stein
sah ganz so aus, als läge dort Gebein.
Nein, dieser Ort war Gottesacker nicht.
Durchs Buchendach fiel nur gedämpftes Licht.
Das Kupferschild ein wenig oxidiert,
auf dem ist „Quelle“ eingraviert.
In schönster Schreibschrift les ich das –
doch diese Stelle –
alles andere als nass.
Hat irgendwer sich einen Scherz erlaubt?
Ist aller Wasserstrahl hier fortgeraubt?
Wo plätschert hell und gütig nur die Quelle?
Wo ist der Ort der feuchten Wasserstelle?
Ich denke grübelnd lang darüber nach.
Fließt in der Nähe wohl ein kleiner Bach,
der mich – gegen den Strom – zur Quelle bringt –
wo mir des Rätsels Lösung dann gelingt?
Vielleicht floss hier vor ahnenalter Zeit
das Wasser sprudelnd voller Köstlichkeit.
In jüngerer Zeit wurde der Wasserfluss gestört.
Der Quellen Flüstern war nicht mehr gehört.
Nun hockt der Stein so wie auf einer Gruft.
Ganz wasserleer schweigt kühl die Waldesluft.
Der Schicksalsweg wirft viele Fragen auf –
nicht nur nach dem verschwundenem Wasserlauf.
Der Stein zeigt mir,
hier sprudelte es irgendwann einmal.
Mir ist die Botschaft keineswegs egal.
Ich kenn die Schönheit unverbrauchter Quellen –
kann von der Tierwelt dort so reich erzählen.
Das ist vorbei – dieser Ort er quillt wohl nimmer mehr.
Es trauert mich der Born in meinem Inneren
doch sehr.

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