Vom Fleische befreit

P1150227Vom Fleische befreit

Vom Fleische befreit
sind die Kirschen und Pflaumen.
Ihr Süßes Gewebe
erfreute die Gaumen.
Zurück blieben nur noch
Stiele und Steine.
Der traurige Rest am Boden
findet Freunde wohl keine.
Manch Kirsche
landete im Drosselrachen
auch Starensemble machen
aus jeder roten Kirschenfrucht
mit ihrer Schnabelwucht
ein Schlachtfeld
unterm Kirschenbaum.
Zum Albtraum
wird das Vogelpack
aus Kirschen bald nur Früchtehack
Der nackte Stein bleibt unverdaut.
Ein wenig blässlich er ausschaut.
Vom Sonnenstrahl geblichen
ist Farbe ganz gewichen.
Der Stein scheint ohne Wert.
Doch es ist umgekehrt.
Im Innern ruht sein Keim.
Die Schale ist sein Heim.
In den Boden muss er rein.
Wer wird sein Gräber sein?
Vielleicht ist es die Maus,
die schleppt oft was nach Haus.
Sie frisst sehr gern den Kern –
wer will ihr das verwehrn?
Vergisst sie doch mal einen –
ich kann auch zwei, drei meinen –
dann keimt im nächsten Jahr
vielleicht genau die Zahl.
Wie immer lockt das Fleisch.
Der Vogel macht Gekreisch.
Er bringt auch manche Frucht
zu seiner Kinderzucht.
Hier fällt der Stein dann weit –
das ist schon sehr gescheit –
vom Stamm hinaus in die Welt.
Dem Kern das gut gefällt.
Mit einem Quäntchen Glück
wird aus dem runden Stück
ein Kirschbaum an der Stelle,
wo Amseln auf die Schnelle,
den Jungen Futter brachten
und so an Zukunft dachten.

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