Naturverjüngung

p1150756Naturverjüngung

Da steh ich hier vor alter Linde
an ihrem Fuße ja da finde
ich wunderbares, frisches Grün –
für Herbstbeginn wohl ziemlich kühn.
Schau ich dem Baum hoch in die Krone,
da ist das Laubdach längst nicht ohne
große Lücken im Verbund –
fallendes Laub einfach der Grund.
Was an den Ästen jetzt noch hängt,
wirkt braungebrannt, fast wie versengt.
Die Linde wird bald blätterkahl.
Da hat sie kaum eine andere Wahl.
Am Boden spielt sie sehr verrückt.
Da ist ein Neustart wohl geglückt.
Aus vielen jungen Ausschlagstrieben
wird hier Verjüngung groß geschrieben. Weiterlesen

Fruchtkörperlose Zeiten

p1150857Fruchtkörperlose Zeiten

So trocken war der Boden lange nicht,
dass lehmige Erde rissig zerbricht.
Was wir bis dato Rasen nannten,
zeigt sich als Wüste der Verbrannten.
Das Gras liegt welk und braun dazu.
Auf Weiden hungert manche Kuh.
September ist sonst Sammelzeit
für Pilze, die als Köstlichkeit
mit ganz besonderen Aromen
manchem Gericht schmackhaft beiwohnen.
Doch Sammelkörbe bleiben leer
Nichts wird es aus dem Pilzverzehr.
Suchen ist keinen Pfifferling wert –
auch wenn dies Schwammerl so begehrt.
Nicht mal Boviste, braune Kappen
können die Erntehände schnappen.
Geklagt wird, dass die Pilze fehlen.
Was nicht da ist, kann keiner stehlen. Weiterlesen

Vogelspinne

p1150813Vogelspinne

Ein Vogel sitzt auf einer Säule
ist weder Specht oder gar Eule.
Sperrt seinen Schnabel einen Spalt,
als käm ein Ton wohl irgend bald.
Er kriegt die Klappe nimmer zu.
Ihn drückt auch selten mal der Schuh.
Er thront einfach auf dem Granit –
ist nicht der allergrößte Hit.
Er schmückt ein wenig den Vorgarten.
Kann stundenlang auf alles warten.
Doch heute morgen war er vernetzt.
Die Kommunikation die hält bis jetzt.
An der Schnabelspitze sitzt ein Faden,
der hat zum Netzaufbau geladen. Weiterlesen

Sag mir….

p1150825Sag mir…

Sag mir, wo der Regen ist –
wo ist er geblieben?
Sag mir, wo der Regen ist –
Wolken sind so fern.
Sag mir, wo der Regen ist –
weht nur ständig heißer Wind
Klimawandel zu verstehen,
lernt vielleicht das Kind.

Sag mir, wo die Blumen sind –
wo sind sie geblieben?
Sag mir, wo die Blüten sind –
Buntheit ist so fern.
Sag mir, wo die Vielfalt ist
Wiesen waren immer bunt.
Seit sie nur noch Gülle säen,
einsam wird der Grund.

Sag mir, wo die Schweine sind-
wo sind sie geblieben? Weiterlesen

Schimmelkreise

p1150790Schimmelkreise

Als ich zuletzt die Quitte sah,
war sie fast gelb – der Reife nah.
Der September neigt dem Ende sich.
Da erlebt die Frucht wohl einen Stich.
Wie das geschah, bleibt unbekannt.
Auf irgendeine Weise fand
ein kleiner Pilz wohl eine Lücke.
Sie diente ihm zum großen Glücke.
Im Quittenfleisch lebt es sich gut.
Da wächst rasant die Pilzebrut.
Die fühlt sich wie im siebten Himmel
Jetzt explodiert wahrhaft der Schimmel.
Quitte bekommt eine braune Backe.
Ist erst nur eine Schönheitsmacke.
Verfault wird bald die halbe Frucht.
Der Schimmel jedoch alles sucht. Weiterlesen

Lauter Tomaten

p1150733Lauter Tomaten

Früher oder später wurden alle Tomaten rot.
Es war zunächst ein überschaubares Angebot.
Unreife erröteten später auf Fensterbänken-
hatte man zu viele, konnte man sie verschenken.
Im Garten suchte man einen recht sonnigen Ort
hütete und pflegte sie als wäre es Gartensport.
Wer hat die ersten, meisten und größten?
Tomaten Wettkampfstimmung auslösten.
Seit einiger Zeit erleben unsere Tomaten
eine Vielzahl an ganz neuen Saaten.
Sie sind gelb, schwarz oder dunkel gestreift –
nicht mehr nur rund sondern bauchig gereift.
Auch ihr Geschmack der kennt sehr feine Noten.
Tomaten werden als Masse und als Bio geboten.
Heute reichte mir mein Nachbar kleine Tomatengrüße
Es waren winzige Beeren von betörender Süße.
So klein hatte ich sie bisher noch nie gesehen. Weiterlesen

Fast alle Vögel sind schon da

p1120915Fast alle Vögel sind schon da

Hab einen Vogel auf dem Dach,
der macht nur Krach.
Hab viele Drosseln, die verzehren
gern alle meine Beeren.
Hab einen Haufen an Spatzen
manchmal leider Futter für Katzen.
Hab Kohl- und Blaumeisen,
die nimmersatt Raupen verspeisen.
Hab sogar einen Zaunkönig zu Gast,
der durch die kleinsten Ritzen passt.
Hab im Birnbaum öfter den Specht,
der hämmert nicht schlecht.
Hab oft ein Rotkehlchen zu meinen Füßen,
das würde Futter begrüßen.
Hab im Apfelbaum einen Buchfink,
der ruft immer wieder „pink- pink“.
Hab eine Braunelle in der Hecke,
die ich durch mein Kommen erschrecke.
Hab gelegentlich einen Eisvogel am Teich,
der taucht unter sogleich.
Hab noch die vielen Stare vergessen,
die meine Kirschen gefressen. Weiterlesen