Der Teich steht still

p1150247Der Teich steht still

Der Teich steht still –
ob ich das will
oder auch nicht –
schwindendes Licht
schläfert die Lebensfreude ein.
Es reift der Wein
tief ins rubinenhafte Rot
Der Herbst sucht sich sein Lot.
Meine Frösche gehen auf Tauchstation.
An Sommerresttagen
kommen sie noch schon
ins goldene Sonnenspiel zurück –
genießen gern so spätes Glück.
Mosaikjungfern haben fast ausgetanzt.
Wer sich bis dato nicht fortgepflanzt,
wird die Zukunftstür hinter sich schließen.
Aus dicken Schwertlilienschoten schießen
klobige Samen heraus
rotbraun lackiert.
Mancher Rohrkolben seine Frisur verliert
in Wolken von haarigen Samen.
Die Zeit schenkt kein Erbarmen.
Seerosenblätter gilben täglich mehr
Der Hahnenfuß gibt nichts mehr her
mit seinem welken Blätterbehang.
Eine Bühne steht still – ganz ohne Gesang
lässt weniges am Teich noch erhoffen.
Wer hat sich vormals hier getroffen?
Der Weiher war ein Stelldichein –
erst recht bei eitlem Sonnenschein.
Jetzt wendet sich das bunte Blatt.
Die Jahreszeit malt nur noch matt.
Etwas Tristesse schwingt Schilf und Rohr
verstummt ist längst Anurenchor.
Jetzt kommt die Zeit, da ruht der Garten.
Da heißt es einfach nur zu warten.

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