Boviste

p1150538Boviste

Ein Kartoffelbovist
ist
das wissen wir
weder Pflanze noch Tier.
Machen wir es mit der Namenserklärung kurz.
Bovist heißt frühneuhochdeutsch: Füchsinnenfurz.
Ist der Pilz reif voller Sporen,
kracht es beim Platzen um die Ohren
in etwa so wie bei einer Gaseruption
mit verräterischen Ton.
Die alte Frau Fuchs musste herhalten
für den Vergleich mit den Darmwindgewalten.
Jetzt sieht man wieder Boviste schießen
warzige Kugeln sprießen
zu einer Knolle im Kartoffellook.
Platzt der pralle Behälter mit einem Ruck,
fliegt eine Wolke schwarzer Sporen umher
eine Billionen ungefähr.
Als Kinder hatten wir einen Heidenspaß –
wenn auf dem Waldweg ein alter Bovist saß –
dann traten wir in vollem Lauf
mitten drauf.
Man hörte einen kleinen Knall
und überall
flogen die Sporen durch die Luft –
was waren wir ausgebufft.
Bei den Riesenbovisten lernte ich auch:
darüber freut sich sogar der Bauch.
In Butter schön angebraten
etwas Rührei als Zutaten
das schmeckt gar nicht so verkehrt.
Jung ist der Bovist ganz begehrt.
Ist sein „Fleisch“ makellos weiß wie Schnee,
dann kommt so manche Pilzgerichtidee.
Färbt sich der Pilz aber zum Braun,
werd ich nicht mehr hungrig anschaun.
Flaschenboviste wachsen mitunter in großen Rudeln
Sie isst man nicht mit Nudeln.
Diese Pilze können Bodenstreu zersetzen
Ihr Myzel kann sich weit vernetzen.
Jeder Bovist, der bald explodiert
gebiert
unzählige neue Chancen
für pilzliches Leben.
Noch schweben
Pollenwolken durch die Luft –
Septemberduft.

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