Motten im Licht

p1150572Motten im Licht

Natürlich
sind die Nächte dunkel.
Lediglich fernes Sternengefunkel
leuchtet mikroskopisch klein
in die schlafende Welt hinein.
Doch dieser Erdball kennt die Menschenflut.
Das tut der Dunkelheit nicht gut.
Die Erfinderischen wollen die Nachtschwärze nicht.
Sie suchen ständig nach neuem Licht.
Früher hatten viele Tiere
nach dem Sonnenuntergang Frieden.
Sie haben nächtliche Bewegungen ruhig vermieden.
Heute leuchtet es nicht nur in den Städten lichterhell.
Für Motten, alle Nachtfalter ist das falscher Appell,
solche Lichtquellen aufzusuchen
jenseits von schlafenden Buchen.
Um die künstlichen Lampen tanzen
viele Mücken, Falter – keine Wanzen.
Wer sich vom Menschenlicht blenden lässt,
sucht hier den Überlebenstest.
Die Motte kreist wie gedopt ums Licht,
bis dass ihr Potential zerbricht.
Der Mensch verschmutzt die Dunkelheit –
zwingt Tiere früh zur Endlichkeit.
Ihre Flüge umkreisen das fremde Licht.
Ihre Grenzen beachten sie dabei nicht.
Unser Planet strahlt abends immer heller –
die Lichtgeschwindigkeit wächst stetig schneller.
Wie viele der unschuldigen Insekten
wohl bisher in Lichtfallen verreckten?
Wäre die Welt ohne Menschheit nachtgesund?
Wir machen sie nachtgrell- sogar auch noch bunt.
Unzählige Motten fliegen wie doof
um jeden entzündeten Lichterhof.
Können wir all die Lichtopfer verschmerzen –
gestorben an Lampen, Leuchten und Kerzen?
Motten in Trance um gleißendes Licht –
die will ich so nicht.
Das Problem lässt sich kaum lösen.
Wir bleiben für die Motten die Bösen.
Die Nacht verliert ihre Dunkelheit.
Am Lampenboden stapelt sich Leid.
Es sind für heute doch nur zehn Motten,
die tags darauf in sich verrotten.

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