Fruchtkörperlose Zeiten

p1150857Fruchtkörperlose Zeiten

So trocken war der Boden lange nicht,
dass lehmige Erde rissig zerbricht.
Was wir bis dato Rasen nannten,
zeigt sich als Wüste der Verbrannten.
Das Gras liegt welk und braun dazu.
Auf Weiden hungert manche Kuh.
September ist sonst Sammelzeit
für Pilze, die als Köstlichkeit
mit ganz besonderen Aromen
manchem Gericht schmackhaft beiwohnen.
Doch Sammelkörbe bleiben leer
Nichts wird es aus dem Pilzverzehr.
Suchen ist keinen Pfifferling wert –
auch wenn dies Schwammerl so begehrt.
Nicht mal Boviste, braune Kappen
können die Erntehände schnappen.
Geklagt wird, dass die Pilze fehlen.
Was nicht da ist, kann keiner stehlen.
Dabei sind Pilze weniger tot –
sie leiden nur an Wassernot.
Ihr Bodengeflecht ist inaktiv,
bleibt Erde trocken, wurzeltief.
Einen Dürreschlaf könnt man es nennen –
wie wir es auch im Tierreich kennen.
Fruchtkörper, die wir so gern braten,
lassen in diesem Jahr auf sich warten.
Wächst unser Pilz im Boden nicht,
springt Champignon auch nicht ins Licht.
Was wir meist gar nicht so bedenken,
weil wir genüsslich uns oft lenken,
dass Pilze Organisches zersetzen
und unterirdisch viel vernetzen,
damit Humus zum Schluss entsteht
und Pflanzenwachstum kräftig geht.
Fruchtkörperlose Zeiten bereiten
dem Bodeninnenleben Schwierigkeiten.
Humuskreislauf kommt zum Erliegen,
weil Pilze kaum noch Wasser kriegen.
Die Not im Boden ist viel schlimmer
als von den Suchern das Gewimmer.
Kommt dann der Regen doch zurück,
dann schießt heraus der Pilze Glück.

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