Herbstnebel

februar-2010-116Herbstnebel

Gestern noch schwangen sich
Mosaikjungfern ganz ausgelassen
über den Gartenteich hin und her.
Nichts war ihnen zu schwer.
Aber die Nachtsterne ließen viel Kälte sinken.
Im Morgenhauch will der Nebel schminken.
Auf dem leeren Wiesental schmiegt sich
ein schwebendes Tuch.
Von der Feldeiche vergeblich ich such
ihr knorriges Kronengeäst
Der Dunstschleier hält es noch fest.
Wie verwunschen ist heut diese Welt.
So trübe das Licht kaum erhellt.
Am Spinnfaden hängen Tropfenreihen,
die ihren Fall fast beschreien.
Im Nebel kommt manches nun nah,
das Sonnenglanz sonst übersah.
Das feurige Blatt vom Wilden Wein
will umnebelt bescheiden nur sein.
Aller Wasserdunst mildert die Töne.
Heut zeigt sich mir das anders Schöne.
Das Rot lockt nicht mehr ganz so laut,
weil Graues auf die Farben schaut.
Schwimmender Schleier hängt am Boden zäh.
Was ich am Ende so gerade noch seh,
sind eigentlich nur noch Umrisse
Vorboten für das Ungewisse.
Auch wenn der Nebel wieder schwindet,
die nächste Nacht ihn neu erfindet.p1110073

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