Seeliliensterne

p1160250Seeliliensterne

Ein Kasten voller kleiner Fossilien
darunter auch einige Seelilien
kam unlängst zu mir
als lauter versteinertes Getier.
Irgendwann waren die Stücke wissenschaftlich interessant.
Was man damals an den Fundstätten so fand,
wurde taxonomisch bestimmt und archiviert,
bis sich die Aufmerksamkeit wieder verliert.
Das akribisch Gesammelte erfüllt nun keinen Zweck.
Also können Ammoniten, Brachiopoden und Crinoiden weg.
In der Kiste war weniger Spektakuläres drin.
Doch bei den kleinen Fundstücken machte es Sinn,
diese genauer zu betrachten, Nähe herzustellen.
Es gibt dazu Bücher, die vor Informationen quellen.
Da fand ich auch meine kleinen Sterne wieder.
Es waren zerbröselte Stängelglieder
von Isocriniden einem Seeliliengeschlecht.
Die Abbildungen gaben mir ziemlich recht.
Meine Neugierde war ganz schnell geweckt,
was sich hinter diesen Stachelhäutern alles versteckt.
Es gab einmal mehr als 6000 Arten,
glaubt man den paläontologischen Daten.
Heute sind in den Meeren nur zehn Prozent rezent
Die meisten schwimmen frei – ganz wenige kennt
man aus der Tiefsee als Sessile mit langem Stiel.
Vor Millionen von Jahren waren es unendlich viel,
dass ihre Reste zu Gesteinsschichten später erstarrten,
weil die Seelilienskelette nicht am Kalke sparten.
Wunderschön ist auch die innere Pentamerie
an fünfstrahligen Muster erkennt man sie.
Ich hab kleine Sterne gefunden – weit vor dem Advent,
die kaum ein Betrachter wohl richtig gut kennt.
Meine Gedanken gehen heute geschichtlich zurück.
Nur ein bisschen Begreifen bedeutet schon Glück.

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