Blauer Eisenhut

p1160266Blauer Eisenhut

Als ein sehr später Gast
zum Winter hin fast
besitzt der blaue Eisenhut
immer noch Blütenblut.
Ein frisches Azurblau
zeigt er zur Schau,
wenn der Sommerblumenrest
nach und nach die Bühne verlässt.
Verspätete Wespen suchen
noch Nektar und Pollenkuchen.
Bienen und Hummeln königlich schlafen.
Erster Frost würde sie strafen.
Der Eisenhut blüht gegen die Zeit.
Fast trotzig wirkt sein Farbenkleid.
Derweil die Ginkgoblätter fallen
sich feucht am Boden klebrig ballen,
steckt der Eisenhut noch voller Gift.
Wen es im Mittelalter damit trifft,
bedeutet es ein schlimmes Los –
die Furcht des Sterbens riesengroß.
Sie mussten Eisenhut erst nehmen,
was kurze Zeit führte zum Lähmen.
Ein Gegenmittel wurde dann gereicht.
Wenn dieses schließlich Wirkung zeigt,
war der Bestrafte danach frei.
Doch wie viel Glück war hier dabei?
Wie oft brachte Eisenhut nur Leid?
Darüber weiß man kaum Bescheid.
Im Garten ist die Pflanze schön.
Ihr Gift ist ihr nicht anzusehen.
Neben blauen zeigt sie gelbe, weiße Blüten
Die Inhaltsstoffe wohl verhüten,
dass Raupen hier nicht gerne nagen –
sonst geht es ihnen an den Kragen.
Alle Ziegen, die sie dumm verspeist,
sind bald ins Jenseits abgereist.

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