Klein aber fein

27-koecherfliegenlarveKlein aber fein

Ein ziemlich zartes Larventier
wohnt gern an dunkler Stelle.
Triefnasses Laub, das zeigt auch dir
den Geburtsort: eine Quelle.
Aus einem Köcherfliegenei
schlüpft hier am kühlen Ort
ein Winzling in dem Blätterbrei,
will köchern ab sofort.
Die allerfeinste Seide nur,
das Lärvchen spinnt sie bald
zu einem dünnsten Kleide pur.
Im Wasser ist`s so kalt.
Doch schützt dies Traumgewande
den weichen Körper kaum.
Verklebt werden nun Sande
am Seidenmantelsaum.
In ihrer klaren Quelle
wächst bald die Larv heran,
verändert auf die Schnelle
den Köcherwohnungsplan.
Aus Buchenblattstückresten
da schneidet sie fortan
quadratisch, grade Kästen
und klebt sie an sich ran.
Der Köcher wird gerichtet
aus Patchwork Stück für Stück.
Verknüpft wird und gedichtet
am trauten Wohnungsglück.
Nach reichlich einem Jahr
verpuppt wird nun der Köcher.
Das Wasser kalt und klar
strömt nur durch ein paar Löcher.
Bald schlüpft aus diesem Kasten
behaart und dornbewehrt
Crunoecia ohne Hasten
ist frei und unbeschwert.
Wo diese Tiere leben,
stört keiner die Natur.
Was Quellen allen geben,
ist reinstes Wasser nur.

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