Wie aus dem Nichts

p1160803Wie aus dem Nichts

Eine kleine Insel mir zu Füßen
will mich zum ersten Mal begrüßen.
In der zweiten Woche vom Advent
auf Comino Wundersames brennt.
Das Eiland ist fast gänzlich hart.
Die Welt hat nicht am Stein gespart.
Ein Felsenmeer mit steilen Riffen
und viel Geröll mit inbegriffen.
Ganz zwergenhaft gedeiht Bewuchs.
Kaninchen gibt’s – doch keinen Fuchs.
Soweit das Auge Blicke lenkt,
kein Baum hier wohl ans Wachsen denkt.
Obwohl auch hier der Winter weilt,
finde ich bunte Heiterkeit.
Der Oleander blüht in vielen Tönen
Auch andere Blumen Bild verschönen.
Die Stimmung ist hier frühlingshaft,
weil Sonne auch noch Wärme schafft.

Etwas hätte ich beinah übersehen.
Ich wollte gerade darüber gehen,
da hielt ich meinen Schritt zurück –
und diese Tat brachte mir Glück.
Im harten Weg steingranuliert
sich zartes Rosa fast verliert.
Ich beuge mich nah zu den Blüten,
die ihr Geheimnis vor mir hüten.
Aus braunem Kalkstein sie flach sprießen.
Der letzte Regen tat sie gießen.
Kein grünes Blatt zeigen die Pflanzen,
um die sogar die Fliegen tanzen.
Wie aus dem Nichts sind Blüten da,
wo vorher nackt Gestein nur war.
An Herbstzeitlose gehen Gedanken.
Unkenntnis hält mich hier in Schranken.
Ich denke auch: Die Steinwüste blüht.
Ein kleines Wunder hier geschieht.
Doch ich muss weiter: Die Zeit ist beschränkt.
Wenn wieder Regen die Stelle tränkt,
erscheinen vielleicht noch mehr Blüten,
die diesen Ort zärtlich vergüten.

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