Goldene Zeiten

p1160973Goldene Zeiten

Goldene Zeiten
heute mir bereiten
nicht nur einen besonderen Kunstgenuss
Mit dem Hochbarock ist lange Schluss.
Von der Kirche ist nur noch der Prunk geblieben.
Die neue Zeit hat darüber geschrieben.
Die Kathedrale innerlich verwaist zum Schauspielhaus
mit Audioführer ein Ein und Aus
für Touristen, die staunen und fotografieren,
die solch Manieriertes nur schwerlich kapieren.
Die Kirche ist eigentlich ein Friedhof der Macht.
Wer hier liegt begraben in üppigster Pracht,
der lebte schon damals auf Kosten der Armen.
Auch der Gott hierin kannte kein Erbarmen.
Die handwerkliche Kunst überlebt die Epochen
sowie die einbalsamierten Knochen.
Nie wieder wird man solche Kirchen mehr bauen.
Die Welt will in andere Richtungen schauen.
Die sonntäglichen Götter spielen auf Rasenflächen.
Ihre Werte täglich neue Rekorde brechen.
Bald kostet ein Fußballgott 200 Millionen,
die sich für den Investor sogar richtig lohnen.
Der Fußballaltar, der erlebt goldene Zeiten.
Doch nur die Annalen diese Künstler begleiten.
Sie werden jährlich ersetzt dann durch frischeres Blut.
Für die Massen im Stadion ist manch Kopfball schon gut,
der vom Spieler im richtigen Moment geköpft –
die Kunst ist nach Sekunden meist wieder erschöpft.
Die Fußballer leben heut wie damals die Fürsten.
Beide nach Unsterblichkeit des Ruhmes dürsten.
Die Kirche in Valetta bleibt als Kunstwerk erhalten.
Die Fußballgötter machen da eher schon Falten.
Goldene Zeiten und ein königlicher Lohn,
das bringen manche Fußballer früh auf den Thron.

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