Amselfieber

Amselfieber

Jetzt, wo an Zweigen Knospen springen,
wo höchst im Baum die Vögel singen,
da zieht ein wunderbarer Duft
aus Blütenmeeren durch die Luft.
Die Meisen schon seit Wochen brüten
Die Vogelkästen gut behüten.
Der Zaunkönig fand ein Mauerloch
holt Moos herbei wohl immer noch,
damit sein Nest wird warm und weich –
es ist ja für sein Königreich.
Die Amseln sind nun brunftverrückt.
Wenn morgens ihr Gesang verzückt,
dann geht der Kampf bald richtig los.
Rivalen setzen Stoß auf Stoß.
Sie jagen wild durch Baum und Hecke,
bis einer bleibt dann auf der Strecke.
Dann können Amseln Hochzeit feiern.
Das blaue Grün von ihren Eiern
ist so ein schöner Osterschmuck.
Vier, fünf sind meistens dann genug.
Sie brüten gern im Efeudickicht.
Dort stört nur wenig helles Licht.
Dem Amselmann schillert sein Kleid –
der Schnabel gelber als der Neid.
Er sucht bald Würmer auf der Wiese
und füttert gern gerade diese.
Wenn dann die roten Beeren reifen,
will dieser Schnabel sie gern greifen.
Erdbeere süß – Johannis sauer
die bleiben nur für kurze Dauer.
Auch Kirschen werden nicht verschmäht –
der Boden bald steinübersät.
Für den Gesang in schönsten Tönen
muss man die Amsel halt verwöhnen.
Es wär doch ärmer ohne sie –
Ihr Morgenlied: fast Poesie.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: