Gartenvertriebene

Gartenvertriebene

Gärten sind schon merkwürdige Flächen
Die Anzahl der Pflanzenarten brechen
sicherlich regionale Rekordmarken:
ein Segen durch Spaten und auch durch Harken.
Manches Gewächs kommt als wildes vorbei.
Ein anderes ist durch Züchtung fast neu.
Wiederum welche sind aus der Heimat hier.
Viele reisten um den halben Globus zu mir.
Im Garten sind Flüchtlinge aus der Natur.
Zugereiste ferner Länder gastieren nicht nur.
Sie breiten sich aus, als wären sie immer schon da.
Was früher weit weg war, ist heute ganz nah.
Der Garten gibt Asyl – mal besser, mal schlecht.
Nicht jeder neuen Pflanze ist der Wuchsort wohl recht.

Immer wieder überraschen einige Pflanzen,
die in der Wildnis aus der Reihe tanzen.
Eigentlich ist unsere Landschaft nur noch Kultur.
Von Ursprünglichkeit findet man kaum noch die Spur.
Nicht mal die Wälder sind unmanipuliert,
obwohl sich der Eingriff manchmal fast verliert.
Heut traf ich ein Hasenglöckchen schön rosa in Blüte.
Am Feldweg neben der Weide sie sich mühte,
um etwas Beachtung in der verbrauchten Welt.
Dies Liliengewächs wohl den Bienen gefällt.
Die Pflanze wuchs verborgen hinter einem Baum.
So erblickten Vorübergehende sie wohl kaum.
Ich schaute um den Stamm herum, eher ohne Ziel.
So begegnete ich der Blume fast wie im Spiel.
Sie hatte sich gut versteckt – verwaist aus dem Garten –
schien sie bis heute hier auf mich zu warten.
Hoffentlich bleibt ihr Standort gänzlich ungestört,
dass sie niemals im Maien zu Blühen aufhört.

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