Ausgeblüht

Ausgeblüht

Nicht immer ist es hübsch und schön
länger Verblühtes anzusehen.
Was vorher Farbenpracht versprühte,
im Blütenrund zutiefst erglühte,
das welkt nun blässlich trist ins Braun.
Man möchte kaum noch rüberschaun.
Das Trauerspiel wird abgeschmissen
Ein kahler Stiel bleibt den Narzissen.
Vielleicht wächst hier bei etwas Glück
eine Samenschote aus dem Stück.
Ganz anders machen es Kuhschellen.
Wenn sie sich aus dem Farbkleid pellen,
dann sprießen bald aus alter Blüte
federige Haare bester Güte.
Sie sind zwar nicht so leuchtend bunt –
doch aus dem samenschwangeren Grund
erstrecken sich zarten Strukturen
ähneln in Nichts den Blütenfluren.
Ist so als zeige die Kuhschelle ihr zweites Gesicht,
so käme ein neues Wesen ans Licht.
Heute hängt mancher Tropfen silbrig im Haar.
In den haarfeinen Kränzen ja da war
der Wasserfall des Regens hier zu Ende-
als hätte die Pflanze fangende Hände.
Irgendwann werden vielleicht Samen frei.
Längst vorüber ist dann der duftende Mai.

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