Libellenliebesglück

Libellenliebesglück

Gestern da war ein wärmster Sommermai.
Die Sonntagssonne machte viel Liebe frei.
Hinten im Garten dröhnte ein Froschkonzert
Krächzen und Quaken zwischen Sumpflilienschwert.
Ich ließ mich berauschen von den urigen Tönen.
Der herrliche Tag wollte mich üppig verwöhnen.
Dann sah ich den Vierfleck über das Wasser jagen
so heftig wie nie an solch schönen Tagen.
Die Männer sie schnappten im Flug ihre Bräute.
So, wie das aussah, war Hochzeitstag heute.
Als ich dann in den Fieberklee blickte,
offene Augen über die Seerosen schickte,
da sah ich die hauchzarten Azurjungfern schweben.
Fast überall Paare, die sich das Jawort grad geben.
Nach flirrendem Tanz in den warmen Lüften
süßlich gewürzt von Weißdorndüften,
landen drei Paare auf dem schwimmenden Blatt
innig verpaart fast zum Libellenrad.
Das Männchen trägt am Körper ein himmlisches Blau.
Dazu passt grüngolden das Gewand seiner Frau.
Die Paare sind immer nur verbunden für kürzere Zeit –
nach jeder Eiablage erneut zur Liebe bereit.
Doch sollte man hier wohl von Liebe sprechen
oder für Triebhaftes die Lanze eher brechen?
Wie Libellen sich verpaaren, das sind Flugabenteuer.
getrieben von Lüsten und Begegnungsfeuer.
Zwischendurch gibt es Pausen wie hier auf dem Blatt.
Doch das Treiben geht weiter, denn dieser Tag hat
so viel Licht und Wärme für die Kreaturen.
Heut ticken Gefühle rund um die Uhren.
Der Gartenteich wird so zum Liebestriebnest.
Ich stehe verwundert ganz nahe am Fest.

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