Die Kunst der Landwirtschaft

Die Kunst der Landwirtschaft

Auf dem Kartoffelacker sind Häufefurchen versprungen.
Ist hier altes Ackerhandwerk misslungen?
Sonst sind die Reihen doch bäuerlich akkurat
bei Spargel, Erdäpfeln und Getreidesaat.
Oder war am Ende der Bauer irgendwie high –
zauberte im Wahn diese Zacken herbei?
War ihm die Geradlinigkeit einfach zuwider
oder schoss ein Krampf durch die ackernden Glieder.
Hier bleibt der Augenblick länger gefangen.
denn die gewohnte Symmetrie geht abhanden.
Landwirtschaft und Kunst sind ein ungleiches Paar.
Die mittelalterliche Bewirtschaftung, wie sie einst war,
brachte dem Menschen eine eigene Kultur
im Einklang – eher ungewollt – mit der Natur.
Die Kunst der Dreifelderwirtschaft wurde vererbt.
Das anfallende Leder sehr nützlich gegerbt.
Das umliegende Land versorgte nährend die Stadt.
Nur selten wurde die Bevölkerung nicht satt.
Heute wird Landwirtschaft fast zur Industrie.
Es bleibt keine Zeit für etwas Nostalgie.
Gute fachliche Praxis wurde bald zum Zauberwort.
Die dörfliche Artenvielfalt verließ den stimmigen Ort.
Maismonotonie wuchert überall herrschend ins Feld.
Dafür gibt die Staatengemeinschaft sogar Fördergeld.
Amt Kotelett klebt ein großes Maß an Tierquälerei.
Artgerechte Haltung zum Tierwohl ist im Stall längst vorbei.
Die Kunst der Landwirtschaft beherrschen Lobbyisten,
die selten einen Kuhstall der Fehlentwicklungen ausmisten.
Ein paar Prozent ökologisch freundliche Landwirtschaft
bringen dem Erdboden viel zu wenig Kraft.
Die Perspektive ist düster – eine Lösung kaum in Sicht.
Brennt am Ende der Landwirtschaft irgendwo noch ein Licht?

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Ein Kommentar zu “Die Kunst der Landwirtschaft

  1. Pingback: Jena – Umrum, Naturkundehain, Winterling-Edellaubholzwald, Abschied. | Osmerus' Blog

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