Freie Scholle

Freie Scholle

Meine Scholle
ist nicht so platt wie eine Flunder.
Meine Scholle
ist erst recht kein Weltenwunder.
Meine Scholle
ist nur ein Straßenschild-
meine Scholle
erscheint im Blog mit Bild.
Ansonsten ist gemein die Scholle –
nicht die mit Schuppen, Schwimmerrolle –
ein Klumpen fester Erde,
– früher pflügten noch Pferde –
der auf dem Acker oben lag
nach einem arbeitsreichen Tag.
Bald nannte man auch alles Land,
das wirtschaftlich in Bauershand,
Scholle ganz so wie Eigentum.
Doch wie geht man mit der Scholle um:
Der Landwirt braucht stets Höchsterträge
nimmt Dünger viel und sucht die Wege,
wie er hält Boden unkrautfrei –
so manches Gift scheint auch dabei.
Die Scholle wird biologisch arm.
Der Pflanzenschutz der wirkt infam.
Vom Stickstoff wandert viel dann aus
ist später im Grundwasser zu Haus.
Die Scholle ist oft sterbenskrank.
EU-Agrarpolitik gebührt hier Dank.
Für die Scholle kommt der nächste Feind.
Denn Wirtschaftswachstum zynisch meint:
wir brauchen Bauland und zwar viel.
Sonst erreicht der Fortschritt nicht sein Ziel.
Die Scholle soll geopfert werden,
damit wir nur nicht das gefährden,
was uns den Wohlstand garantiert.
Unsere Scholle endgültig verliert.
Die wirtschaftlichen guten Zeiten
dem Bodenfraß das Bett bereiten.
Der Flächenhunger bleibt ungestillt.
Bodenschutz passt nicht ins Bild.
Der Flächenverbrauch wird wieder steigen.
Die Zukunft wird es leider zeigen.
Deutschland wird bodenärmer bald –
zu Lasten von Feldern, Wiesen, Wald.

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2 Kommentare zu “Freie Scholle

  1. Pingback: Bodenschutz passt nicht ins Bild | Heidis Mist

  2. Bodenschutz passt nicht ins Bild:
    Ihr Gedicht „Freie Scholle“ gefällt mir sehr. Ich habe daher in meinen Blog einen Link angebracht mit dem folgenden Text.
    Früher hatte man Zeit zum Lesen von Büchern und Gedichten. Heute verschwindet viel Kostbares im Event- und Info-Dschungel. Lesen Sie zur Abwechslung das Gedicht von Gerhard Laukoetter Freie Scholle. Es passt nicht nur für Deutschland, sondern auch für die gleichermassen wachstumsorientierte Schweiz. Im Moment wird darüber diskutiert, ob die Energiewende zum erhofften Wirtschaftswachstum „passt“.
    Herzliche Grüsse aus der Schweiz

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