Sandrosenerosion

Sandrosenerosion

Im Wüstensand gewachsen
mit vielen quergestellten Achsen
gewinnst du eine ziemlich verrückte Form.
Asymmetrisches ist eher die Norm.
Sandrose ein Widerspruch in sich –
solch Calciumsulfat ist für mich
ein Spiel der Kristalle
mit einem Sandkorn in der Falle.
Dieser Gips schmückt sich sehr dekorativ
verborgen in der Sahara tief.
Jetzt liegt davon ein kleineres Stück
auf der Trockenmauer mir im Blick.
Wenn Sandrosen dem Wasser begegnen,
Tropfen auf sie herab regnen,
dann löst sich langsam ihre Gestalt.
In unseren Witterungen werden sie nicht alt.
Zuvor in Jahrmillionen ballt
sich das Mineral zur Unverwechselbarkeit.
Jetzt braucht es fast keine Zeit,
um den Kristallverbund wieder zu lösen.
Mit Wassertropfen, den bösen
wird jede Sandrose spröde und hager.
Der Regen als unerbittlicher Nager
kennt für das alte Gebilde
keine sorgende Silbe.
Auch in der vergänglichen Periode
in der Episode
zum schleichenden Gestaltverlust
wird bewusst,
dass auch manches Gestein
verliert sich aus dem Sein.
Großes fällt ins Kleine.
Grobes schleift ins Feine.

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