Oktobermohn

Oktobermohn

Was blüht denn da so feuerrot –
der Anblick, der sich mir heut bot,
gaukelt zurück mich in den Mai,
der hatte soviel Mohn dabei.
Vom Oktober sind zwei Wochen passe.
Seit Tagen Weinlaub ich anseh,
wie es vom Grünen springt ins Rot.
Das Blattwerk ist dabei fast tot.
Doch hier wird Leben explodiert.
Die Blüte spät noch triumphiert
und wird belohnt vom schönsten Tag,
den dieser Herbst uns schenken mag.
Auch Bienen freuen sich noch spät.
Vom Efeu schwerer Duft her schwebt,
der meldet gar ein Blütenmeer.
Das lockt von nah und fern daher.
Oktobermohn er leuchtet weit.
Das Sonnenlicht in dieser Zeit
erreicht längst nicht mehr den Zenit,
den sommertags die Kugel ritt.
Heut ist der Mohn fast Sensation.
Die Blüten kenn ich lange schon.
Im Frühjahr war der Mohn im Spiele
des Blühkonzertes; denn so viele
wollten zugleich im Licht erstrahlen.
Dafür musste jede Blume zahlen
mit aufgeteilter Aufmerksamkeit.
Es blühte vielfach weit und breit.
Jetzt spät im Jahr sind Blüten selten.
Der Abschied aus den bunten Welten
steht bald für viele Blumen fest.
Tagtäglich kleiner wird der Rest,
der es noch wagt, sich bunt zu zeigen.
Zu Ende geht der letzte Reigen.
Der Oktobermohn hat es geschafft
Mit allerletzter Wachstumskraft,
öffnet er strahlend Kelch wie Krone,
dass alle Schönheit in ihm wohne.

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Ein Kommentar zu “Oktobermohn

  1. Phantastisch mit viel Gefühl in Worte gefasste …der letzte Mohn .., 🙂
    Ich liebe knallroten – dickblättrigen Sommer – und Herbstmohn
    lg die zuzaly sus Polen

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