Besuch einer Zucchini

Besuch einer Zucchini

Heut hab ich bei einer Zucchini hereingeschaut.
Von außen kannte ich bloß ihre Haut.
Geschmort wirkte sie immer ohne Halt.
Essigsauer kannte ich sie kühlschrankkalt.
Um bei ihr hereinzukommen,
hab ich mir ein scharfes Messer genommen.
Einen glatten Schnitt machte mir die Klinge
und ich erblickte gleich viele feine Dinge.
Drei Stuben besitzt meine Zucchini nur.
Mehr gibt es hier nicht, so will es die Natur.
In den Kammern wachsen Samen heran –
werden vielleicht neue Pflanzen irgendwann.
In zwei Reihen reift Zukunft in großer Zahl.
Doch diese Zucchini sie köchelt einmal
in einer Suppe mit andren Gemüsen vereint.
Ihr Schicksal ist die Küche, die es gut mit ihr meint.
Ich betrachte die Zucchini weiter, sehe helle Stellen,
aus denen vielleicht Öle oder Säfte quellen.
In den Geweben stecken Bläschen jedoch ohne Luft.
Mein Kopf hier nach Klarheit neugierig ruft.
In jüngeren Jahren hätt ich genau analysiert,
was in den Zellen eigentlich wohl passiert.
Heut erfreu ich mich an der besonderen Struktur.
Ein einziger Schnitt den brauchte es nur –
und Augen verweilen, die erkennen wollen –
ehe die Stücke gemeinsam in den Suppentopf rollen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s