Alter Mann, was nun?

Alter Mann, was nun?

Zwei Tage sitzt er nun schon hier.
Er bettelt zwar nicht um ein Bier,
sieht trotzdem alt und müde aus –
hat wohl zur Zeit kein Heim, kein Haus.
Ich traf ihn auf dem Trödelmarkt,
hab im Vorbeigehen gefragt,
ob er nicht Lust und Laune hätte,
Platz zu nehmen an andrer Stätte.
Das Lösegeld war kein Problem.
Der Alte konnte kaum mehr stehn.
Nun hockt er im Garten leicht erschöpft.
Sein Mantel nicht mehr zugeknöpft.
Auf tönernen Füßen – das von Geburt
hat oft sein Magen laut geknurrt.
Almosen gab`s in seinen Hut.
Wermut erwärmte dann sein Blut.
Penner, Clochard, gar Tagedieb
man hatte ihn oft wenig lieb.
Er kam herum auf Schusters Rappen
war dankbar für den kleinsten Happen.
Noch mehr erfreute ihn der Schluck,
der seiner Seele nahm den Druck.
Doch nun zum eigentlichen Objekt,
in dem so viel an Kunstwerk steckt.
Der Ton ist dunkel, ziemlich grob.
Doch wie der Finger ihn einst schob,
hat der Figur viel eingehaucht –
so wie der Typ es eben braucht.
Ach könnt ich auch so figurieren
den Ton zu Wesen laborieren,
ich nähm den Stoff dann gern zur Hand,
bis dass er zur Gestalt dann fand.
Der alte Mann in Form gebracht –
wär hätte das einmal gedacht –
bringt mich in eine Lebenswelt,
die mir auch irgendwie gefällt.
Der Clochard aus Ton bleibt Sache nur.
Doch er beflügelt als Figur
enorm bei mir die Fantasie.
Solch schöne Kunst – ich liebe sie!

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