Am Boden

Am Boden

Rot, gelb, grün mit schwarz vereint –
das ist gar nicht politisch gemeint.
Am Boden liegt dies Farbenspiel
als Quittenblatt mit kurzem Stiel.
Sondieren kann ich bunte Töne,
das späte Jahr kreiert das Schöne.
An die Tür klopft baldig der Advent.
Im alten Laub viel Feuer brennt.
Parteienfarben werden nicht vermischt.
Vertrauen mehr und mehr erlischt,
als dass Gemeinsames verbindet –
Erreichbares schlussendlich schwindet.
Das Blatt am Boden hat es eher leicht.
Alle Verhärtungen werden aufgeweicht.
Windbeschwingtes Leben vor dem Fall.
Vorm Tode geht`s zum Faschingsball.
Aus Einheitsgrün wird Farbkonzert.
Der Rausch der Buntheit kurz nur währt.
Der schönen Maske bleibt kein Wert.
Stürmischer Wind an Zweigen zerrt.
Am Boden liegen schöne Blätter.
Dabei hilft stürmisch nasses Wetter.
Bunt gefärbtes Wählerstimmenmeer
gibt aussondiert keine Regierung her.
Im Frühjahr, wenn die Knospen springen,
können Stimmen neue Farben bringen,
die dieses Land regierbar machen –
Sondierungen erneut entfachen.
Vom bunten Laub bleibt kaum die Spur.
Am Boden regiert überall Natur.
Er nimmt, was fällt, in seinen Schoß,
macht alles wertig, bis dann bloß
lauter Humusstoffe übrig bleiben –
eine Erfolgsgeschichte damit schreiben

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