Ruinierte Kunst

Ruinierte Kunst

Dachlos ein alter Schuppen steht
vom nahen Meer ganz windumweht.
Ein Stück vom Hafen ruht sich aus.
Nutzlos erscheint der Rest vom Haus.
Seit Jahren schläft hier das Objekt
Gemäuer, das beinah erschreckt.
Sein Putz bricht ab, die Haut ergraut.
Wer weiß noch, wann es wurd erbaut?
Weil es wohl niemanden hier stört,
sich keiner über Kunst beschwert,
da haben Sprayer Wand für Wand
spontan gestaltet Hand in Hand.
In bunten Lettern wird geschrieben.
Das Alte wird zeitabgerieben.
Das Neue leuchtet frisch und grell
Ruine wird zum Schöpfungsquell.
So fröhlich zeigt sich Untergang
Die Augen wandern gern entlang
und wissen kaum, wie dies geschah,
dass Patchworkkunst kommt uns so nah.
Ich wünsche mir, dass solches bleibt.
Die Ruine ist so hübsch verleibt
mit all den Zeichen dieser Zeit.
Lebendig wird dies Mauerkleid.
Wird hier demnächst bauspekuliert,
Ruinenkunst sich schnell verliert.
Ich blieb heut stehen und hab gedacht,
was haben Hände dort vollbracht
aus einem öden, toten Haus.
Mein Innerstes ist voll Applaus.

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Ein Kommentar zu “Ruinierte Kunst

  1. auch einen kräftigen Applaus für deine Beobachtungen in Versenreime gefasst …. suuuuuper 🙂
    liebgrüß die zuzaly

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