Haubenlerchen

Haubenlerchen

Eigentlich war es ein Stück Unland.
Denn niemand zur Zeit wohl fand
eine Nutzung für dieses karge Erdenstück.
Nicht nur ein Vogel fand hier sein Glück.
Weit nach Südeuropa musste ich reisen,
um solch eine Brache ehrlich zu preisen.
Stand an diesem Ort irgendwann ein Haus?
Wann kamen die Planierraupen heraus?
Wurde alles dem Erdboden gleich gemacht –
damit die Natur wieder kommt und langsam lacht?
Spärlich sprießt etwas an Vegetation.
Doch Nacktheit der Erdhaut überwiegt schon.
Solche lückenhaften Bodenstellen
entwickeln sich ähnlich wie Quellen.
Aus der freien Erde quillt Lebensraum –
für manche Arten erfüllt sich ein Traum.

Ein paar Haubenlerchen traf ich an diesem Ort.
In meinen Erinnerungen flogen sie schon lange fort.
Als Kind sah ich sie in unserem Baugebiet –
dort, wo man zu der Zeit noch Häuser vermied.
Leere Baustellen, wo einsames Gras stand,
da trippelten die Vögel flink über den Sand.
Ihre Federbüschel waren nicht zu übersehen.
Als Lerchenhaube sollte ich diese verstehen.
Ein wenig scheu waren die Tiere, denn – nah
gekommen – dann immer wieder geschah,
dass ihre Fluchtdistanz sie auffliegen ließ,
was bei uns Kindern auf Unwillen stieß.
Fünfzig oder mehr Jahre sind danach verstrichen.
Meine Haarfarbe ist längst schon verblichen.
Haubenlerchen waren weit aus meiner Sicht.
In Portugal kamen sie wieder zurück ins Licht.
Auch manch anderer Vogel ist lange verschwunden.
Er lebte so bunt in meinen Jugendstunden.
Vielleicht muss ich nur hinter ihm her reisen
und ihn in der Fremde noch einmal willkommen heißen.

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