Wurmgestein

Wurmgestein

Das wilde Meer in seiner Flut
wirft an den Strand so manches Gut.
Zu allermeist spült es die Schalen
von Muscheln her in großen Zahlen.
Tote Krebse und verblichne Quallen
auf Ufersand letztendlich prallen.
Hochinteressant sind all die Sachen,
die Rätsel ihrer Herkunft machen.
Ein Flaschenglas weich rund geschliffen
hab ich schon öfter aufgegriffen.
Was füllte diese in frühen Zeiten,
bevor begann das Wellenreiten?
Wer trank aus ihr mit seinem Mund –
was war fürs Schlucken wohl der Grund?

Erst kürzlich fand ich diesen Stein.
Er schien aus Kalk gemacht zu sein.
War ziemlich glatt und dennoch rau,
sah krumme Löcher in dem Bau.
In diesem Stück, erkannte ich bald,
versteinerte sich ein Röhrenwald.
Kalkröhrenwürmer aus uralten Zeiten
wollten mich wohl zurück begleiten,
als diese Tiere Fächer schwangen,
farbig bunt, um Plankton zu fangen.
Der Meeresgrund war marktplatzbelebt.
Als die Lagune sich irgendwann hebt,
sind Tiergehäuse verfestigt zu Stein.
Dieser zeigt mir sehr viel Wurmgebein.
So tot wie der Brocken heute erscheint,
hat er prallste Vielfalt auf sich mal vereint.
Heute finde ich weltweit kaum noch Stellen,
die so vital voller Leben überquellen.
Ich nehme diesen Stein vom Strand sinnend mit.
Tief im Geiste sind all die Röhrenwürmer fit.

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