Gerhard Laukötter's Blog

Archiv für den Monat Januar 2018

Nebulöses Von Erlenhänden eingefasst hält sich versteckt der kleine Weiher. Als leichteste von aller Last schwebt über ihm ein Nebelschleier – weich über schwarze Spiegelhaut. Wo feuchte Dünste flauschig küssen, solange bis es Wasser taut, wo Spinnenfäden lange wissen, wie Tröpfchen hängen perlgesäumt, da kann Natur verweilen. Im fahlen Morgenschwaden klebt manch nachtgekühlter Wassergruß. Verschlafener Binsen wirkt verträumt. Beträufelt schwimmt die Wassernuss. Advertisements

Verdammt lang her Verdammt lang her, dass dieses altbizarre Stück – kam irgendwann irgendwoher – fand in meine Hand zurück. Schier unvergänglich Schalenreste verbacken sedimentär mit Kies. Erhaltungszustand kaum der beste aber bei weitem auch nicht mies. Verdammt lang her, seitdem Muscheln wie Schnecken in diesem Konglomerat fest stecken. Von weitem betrachtet da erscheint das Ganze zerbrechlich – wie man meint. Ich möchte alles in Schichten zerlegen. doch von wegen! Kein Krümel… Weiterlesen

Schneeglanz & Co Ganz früh im Jahr oft schon im Januar erblüht unten am Mauerfuß der weiße Schneeglanz so zum Gruß, dass wohl der Frühling bald erscheint. Die Hyazinthe sich vereint mit Winterlingen gelber Pracht. Manch Schneeglöckchen gerade macht die erste Blüte züchtig auf, bis dass im weiteren Verlauf die zarten Glocken alle läuten und damit überall bedeuten, dass Winterruhe nicht mehr gilt. Zu bunt erstrahlt das Gartenbild.

Faules Ende Der Kürbis ist eine Beerenfrucht, die wirklich seinesgleichen sucht. Er rankt sich forsch durch seine Welt. und was ihm besonders gut gefällt, ist wohl ein Platz ganz in der Sonne nur unweit von der Regentonne. Die Pflanze hat enorm Appetit – Ein Komposthaufen hält sie fit. Da spreitet sie die rauen Blätter. Die gelben Blüten kommen später. Doch was am meisten imposant: die Früchte, Beeren wohl genannt. Hunderte Sorten zierlich… Weiterlesen

Körnerfresser Jeden Tag meist zur gleichen Zeit mach ich mich wieder zum Füttern bereit. Der Hühnerstall liegt ein paar Schritte vom Haus. Ich laufe zum Stall immer nur geradeaus. Vom Federvieh werde ich gackernd empfangen Denn da werd ich ins Kornfass tief hinein langen, um dann Getreide weit zu verstreuen. Hastiges Picken wird mich dann wohl erfreuen. Da kein Mangel herrscht, fehlt jeder Futterneid. Alle Hühner fressen voller Zufriedenheit. Doch da sind… Weiterlesen

Vom Eise befreit Tief beschneit liegt alles dar. Reif verzuckert Knospenspitzen. Schneidend kalt, die Luft klirrt klar. Frost sticht in die letzten Ritzen. Alles Leben scheint erfroren. Mäuse kriegen rote Ohren. Pflanzen halten strengste Ruh, denn der Winter deckt sie zu. Horch, was gurgelt, flüstert leise unter mächtig starkem Eise plätschert helle Melodie klare Töne – hörst du sie?

BODEN will LEBEN! Sollte es nicht endlich ein neues Motto geben? Eigentlich ganz einfach: BODEN will LEBEN! Es gibt doch so viel an Wald, Feld und Flur – da soll sie halt leben die Bodennatur. Das Gewürm und Geassel und Tausendgebein hat beileibe noch Flächen zum Glücklichsein. Mann braucht gar nicht lange erst Auto zu fahren, da riecht man die Waldluft seit ewigen Jahren. Lila Kühe sie grasen auf märchengrüner Au –… Weiterlesen

Klein aber fein Ein kleines Kästchen vier mal drei Zentimeter darauf zeigt sich Malerei. Ich nehme eine Lupe schnell zur Hand für diese Kunst aus dem Russenland. Unglaublich fein, was hier dargestellt: Das Bild zwei ältere Menschen enthält. Zwei Hähne picken vor deren Füßen und schöne Blumen ringsum grüßen. Vielleicht kennt ein Märchen diese Szene. Der Baumstamm besitzt gar keine Lehne für beide Männer, die hier gern sitzen – ihre wachen Augen… Weiterlesen

Im Vorbeigehen Dieser Quell am Wegesrand blieb bisher noch unbekannt. Allzu viel gibt´s nicht zu sehen, also heißt es weitergehen. Die kleine Quelle trägt Morast. Dunkelbraun steckt toter Ast, der mit seinem morschen Rumpf ragt zur Hüfte tief im Sumpf. Rein und sauber ohne Tadel ohne Abfall, faulem Schlick wohlgeboren mit viel Adel auserkoren muss der Quick. Quellen schön wie junge Damen vornehm, blass und meistens kühl fragt man sie nach ihren… Weiterlesen

Die Zecke Noch ist es Winterszeit. Leider fehlt jegliches Eiseskleid. Vermisst werden Schnee und Puderreif. Der Boden wird vom Frost nicht steif. Die ersten Fliegen summten schon Der Komposthaufen war ihr Thron. Sie ließen sich da Faules schmecken. Vielleicht kriechen bald lahme Schnecken aus ihren Bodengruben frei und denken bloß, es wär schon Mai. Auch Mücken tanzen in der Luft, weil dieser Januar sie echt blufft. Schon kommt ein Tier in meinen… Weiterlesen