Im Vorbeigehen

Im Vorbeigehen

Dieser Quell am Wegesrand
blieb bisher noch unbekannt.
Allzu viel gibt´s nicht zu sehen,
also heißt es weitergehen.
Die kleine Quelle trägt Morast.
Dunkelbraun steckt toter Ast,
der mit seinem morschen Rumpf
ragt zur Hüfte tief im Sumpf.

Rein und sauber ohne Tadel
ohne Abfall, faulem Schlick
wohlgeboren mit viel Adel
auserkoren muss der Quick.
Quellen schön wie junge Damen
vornehm, blass und meistens kühl
fragt man sie nach ihren Namen
spürt man erstes Zartgefühl.
Wird daraus ein munteres Plätschern,
fließen bald der Worte viel.

Quellen sind sehr zarte Orte.
Flüstern bleibt hier erste Pflicht.
Viele laute, freche Worte
passen feiner Quelle nicht.
Sehr bescheiden tritt das Wasser
aus dem kühlen Erdenspalt.
Spült den Weg zu Tale nasser,
nirgends macht das Fließen halt.
Zehn mal tausend sind die Jahre –
damals schmolz ein Schild aus Eis –
seitdem flüstert das kaltklare
Wasser täglich meerwärts leis.

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