Verdammt lang her

Verdammt lang her

Verdammt lang her,
dass dieses altbizarre Stück –
kam irgendwann irgendwoher –
fand in meine Hand zurück.
Schier unvergänglich Schalenreste
verbacken sedimentär mit Kies.
Erhaltungszustand kaum der beste
aber bei weitem auch nicht mies.

Verdammt lang her,
seitdem Muscheln wie Schnecken
in diesem Konglomerat fest stecken.
Von weitem betrachtet da erscheint
das Ganze zerbrechlich – wie man meint.
Ich möchte alles in Schichten zerlegen.
doch von wegen!
Kein Krümel löst sich vom Verbund.
Höchst sonderbar bleibt dieser Fund.

Verdammt lang her,
da war auch dieses Getier
genauso lebendig gerade wie wir.
Von uns bleibt vielleicht etwas vom Geist.
Das Körperliche weiter verreist,
bis dass jede Form sich voll verliert –
nur Asche, Humus daraus noch wird.
Von Mollusken bleiben Schalenfunde
Sie versammelten sich am Meeresgrunde.
Bis heute zeigen sie jedem der schaut,
wie einst ihr Körper von außen gebaut.
Das Muster der Schale ist heut noch modern.
Die Nachfahren sind am Strande nicht fern.

Verdammt lang her
werden Menschen vielleicht sagen,
wenn in einigen Millionen Jahren
unsere frischen Muscheln versteinert sind.
Bis dahin bläst noch täglich viel Wind.
Wird etwas verewigt aus heutiger Zeit?
Ist die Natur dazu noch immer bereit?
Die Zeitzeugen von gestern belehren uns gern.
Aus ihnen spricht zu uns ihr harter Kern.
Ich stelle mein Fundstück zurück in sein Fach.
Da staubt es geringer wie unter dem Dach.
Verdammt lang her
ich grübele nicht weiter
Ich stehe im Leben hoch auf der Leiter.

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