Nebulöses

Nebulöses

Von Erlenhänden eingefasst
hält sich versteckt der kleine Weiher.
Als leichteste von aller Last
schwebt über ihm ein Nebelschleier –
weich über schwarze Spiegelhaut.
Wo feuchte Dünste flauschig küssen,
solange bis es Wasser taut,
wo Spinnenfäden lange wissen,
wie Tröpfchen hängen perlgesäumt,
da kann Natur verweilen.
Im fahlen Morgenschwaden klebt
manch nachtgekühlter Wassergruß.
Verschlafener Binsen wirkt verträumt.
Beträufelt schwimmt die Wassernuss.

Ein leises helles Meisenflöten
dringt singend durch die Nebelwand
und mit dem ersten Morgenröten
wischt eine unsichtbare Hand
erlösend durch die grauen Kissen,
bis zögernd hellt das Sonnenlicht
und erste Strahlen endlich wissen,
wie Wasserdampf in sich zerbricht.
Im letzten Tau lösen sich Bande
verlieren sich in Zeit und Raum
und aus dem wässrigen Gewande
entweicht nur noch ein flüchtger Traum.

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